Kirchensteuer und Kirchgeld

Aus Kirchensteuereinnahmen finanzieren die Landeskirchen in Deutschland einen Großteil ihrer Arbeit. Der Hebesatz beträgt in Bayern und Baden-Württemberg 8%, in anderen Landeskirchen 9% der jeweils zu zahlenden Lohn- bzw. Einkommensteuer. Wegen dieser Verknüpfung wird durch die Steuerreform auch die Kirchensteuerlast der Kirchenmitglieder sinken. Übrigens: Nur etwa ein Drittel der Kirchenmitglieder zahlt überhaupt Kirchenlohn- bzw. Kircheneinkommenssteuer (Rentner beispielsweise nicht oder nur wenig). Und: Kirchensteuer und Kirchgeld können bei der Steuererklärung als Sonderausgabe steuermindernd geltend gemacht werden.

Historische Entwicklung

Nach dem Ende der Naturalwirtschaft und Beschlagnahme der kirchlichen Existenzgrundlagen in den Säkularisationen des 16. und. 19. Jahrhunderts wurde die Kirchensteuer durch den Staat ab 1875 eingeführt. Der Unterhalt von Kirchen und Pfarrern sowie die Gemeindegründungen in den neuen Industriestädten wurden dem Staat zu teuer. In der Weimarer Reichsverfassung von 1919 wurde dieses Finanzsystem insofern fortgeführt als sich der von der Kirche getrennte Staat bereit erklärte, die Kirchensteuer gegen Gebühr einzuziehen und abzuführen. Diese Regelung wurde 1949 in das Grundgesetz übernommen.

Verwendung der Kirchensteuer

Von 100 € Ihrer Kirchensteuer gibt die Bayerische Landeskirche in diesem Jahr aus ...

  • 59,26 € für Gehälter der PfarrerInnen, ErzieherInnen und DiakonInnen, SozialpädagogInnen und ReligionspädagogInnen, KirchenmusikerInnen, PfarramtssekretärInnen und MesnerInnen.
  • 14,66 € für Investitionen und laufende Betriebsausgaben in Freizeitheimen und Gemeindehäusern, Altenheimen und Tagungsstätten.
  • 20,07 € für überregionale Aufgaben in der Evangelischen Kirche in Deutschland, für den Aufbau im Osten, für die Entwicklung der Dritten Welt
  • 6,01 € für Instandsetzungen und Renovierungen sowie für den Abbau von Schulden.

Kirchgeld

In Bayern und Baden-Württemberg wird neben der Kirchensteuer auch Kirchgeld erhoben. Es beträgt im Dekanatsbezirk München nach Einkommen gestaffelt zwischen € 5,- und € 120,- jährlich. Es wird hier von der Gesamtkirchengemeinde erhoben und kommt direkt den einzelnen Kirchengemeinden, diakonischen Projekten und den Evangelischen Diensten (EDM) zu Gute.

Jahr

Gemeinden

Diakonie

Evang. Dienste

Ausschüttungssumme

2005

616.794 €

287.937 €

123.359 €

1.027.990 €

2006

837.757 €

390.953 €

167.551 €

1.396.261 €

2007

618.149 €

288.469 €

123.629 €

1.030.249 €

2008

824.589 €

384.808 €

164.917 €

1.374.315 €

2009

847.832 €

395.655 €

169.566 €

1.413.054 €

2010

856.874 €

399.874 €

171.374 €

1.428.123 €

2011

874.124 €

407.924 €

174.824 €

1.456.873 €

2012

913.674 €

426.381 €

182.734 €

1.522.791 €

2013

845.225 €

394.438 €

169.045 €

1.408.708 €

2014

710.491 €

142.098 €

142.098 €

1.184.151 €

2015

846.982 €

395.258 €

169.396 €

1.411.637 €

2016

1.069.208 €

498.963 €

213.841 €

1.782.014 €


Verteilung des Kirchgelds

Das Kirchgeld kommt den einzelnen Kirchengemeinden, übergemeindlichen und diakonischen Einrichtungen zugute:

Gemeinden 60%
Diakonie 28%
Evangelische Dienste München 12%

•  Download Geförderte Projekte Diakonischer Rechtsträger im Dekanatsbezirk
•  Download Verteilung nach Schwerpunktbereichen

Kirchgeldaktion 2017

Bisher wurden eingezahlt:
€ 1.510.294,92   (Stand vom 31.07.2017)

Entwicklung der Ausschüttungssumme (= Kirchgeldreinertrag)

Bankverbindung
Zur Überweisung des Kirchgeldes verwenden Sie bitte folgende Kontoverbindung:

Evangelisch-Lutherische Gesamtkirchengemeinde München
Evangelische Bank eG
IBAN DE 36 5206 0410 0201 4018 15
BIC GENODEF1EK1

Bitte geben Sie unbedingt Ihre Kirchgeldnummer an. Falls Sie diese nicht zur Hand haben, nennen Sie bitte Ihren Namen, Vornamen sowie Ihr Geburtsdatum.


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