Erklärung zum Nahostkonflikt und zu den antisemitischen Vorfällen in Deutschland

1. Der Rat der Religionen in München begrüßt die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in Gaza. Der bewaffnete Konflikt im Heiligen Land und die erneute Eskalation der Gewalt hat uns mit tiefer Sorge und Entsetzen erfüllt.
2. Unsere Gebete sind bei allen, die in Angst um ihre Unversehrtheit leben müssen in israelischen und palästinensischen Städten und insbesondere der für die abrahamitischen Religionen so wichtigen Stadt Jerusalem.
3. Der Rat appelliert an die Konfliktparteien, ausgehend von der aktuellen Waffenpause ein Ende der Gewalt herbeizuführen und den Weg der Versöhnung hin zu einem dauerhaften Frieden einzuschlagen.
4. Kirchen, Moscheen und Synagogen müssen wie alle zivilen Einrichtungen unter allen Umständen respektiert und geschützt werden.
5. Angesicht der Lage im Nahen Osten wollen wir uns als Rat der Religionen noch stärker für gute Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften in der Region München einsetzen.
6. Konflikte im Ausland dürfen das Zusammenleben hierzulande nicht gefährden und auch nicht pauschale Verurteilungen und Hass gegen Mitglieder anderer Religionen befördern.
7. Wir sind an der Seite aller Juden, Christen, Muslime und der Angehörigen aller Religionen, die sich für ein friedliches Miteinander einsetzen.
8. Mit Erschrecken nehmen wir den aufflammenden Antisemitismus in ganz Deutschland wahr, wie er sich jüngst in Angriffen auf Synagogen, jüdische Einrichtungen und dem Verbrennen von Israelfahnen gezeigt hat. Wir verurteilen jeden Angriff auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger und Einrichtungen.


München, den 21.05.2021  
Sprecherrat – Rat der Religionen in München

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